Entscheidung gegen den Willen der Bürger

Soll Steil-Verbrennungsnanlage am Ende Anlaufpunkt für ganz Europa werden?

Zu Zu Koeppen bietet Steil-Gegnern Hilfe an" , Barnim Echo vom 30. Januar:

Die geplante Verbrennungsanlage von Sondermüll der Firma Theo Steil, Firmensitz Trier, im Stadtgebiet von Eberswalde, hat zu recht viele Einwohner der Stadt und der umliegenden Ortschaften erheblich verunsichert. Nach Einsichtnahme in die ausgelegten Unterlagen zu diesem Vorhaben, verstärkt sich bei mir folgender Eindruck:

Gegen den Willen tausender Bürger und der Stadtverwaltung dieser Region, sollen mit Millionenaufwand Profitinteressen einer Firma aus Rheinland-Pfalz ' durchgesetzt werden. Dort wurde der Bau einer ähnlichen Anlage verhindert. Der geplante Transport des Sondermülls per Lkw über eine Entfernung von rund 800 Kilometer quer durch die Republik führt zwangsläufig zu einer erheblichen zusätzlichen C02-Belastung unserer Umwelt. Damit liegt ein eklatanter Verstoß gegen nationale, europäische und internationale Zielstellungen zur Reduzierung des C02-Ausstosses und damit zur Abwendung einer Klima­katastrophe vor.

Die Bewilligung dieses Vorhabens durch das Landesumweltamt Brandenburg ist völlig unverständlich! Außer der vielen ungeklärten Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen dieser Region, ist eine positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt nicht erkennbar. Neben der Verschlechterung der Lebensqualität, ist mit Sicherheit ein Wertverlust aller Immobilien im Umfeld in Millionenhöhe zu erwarten. Wer gibt uns also eine Antwort auf folgende Fragen: Warum soll diese Sondermüllanlage hier gebaut werden? Gibt es überhaupt ähnliche brisante Anlagen in den alten Bundesländern? Soll hier möglicherweise eine zentrale Sondermüllentsorgungsanlage für den erweiterten Euro-Raum entstehen (Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien usw.)?

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Es läuft ein Angriff auf die Leidensfähigkeit der Bürger einer Region, die durch die Segnungen der Sozialen" Marktwirtschaft bis heute nicht überall erreicht wurden. Hier geht es letztlich um Verantwortung für uns, für unsere Kinder und vor allem für unsere Enkel! Wehret den Anfängen, noch ist es nicht zu spät!

Ich hoffe auf Unterstützung durch unsere gewählten Volksvertreter gegen dieses Vorhaben und werde deshalb Freunde dieser Stadt, wie Frau Dr. Angela Merkel (Bundeskanzlerin), Herrn Matthias Platzek (Ministerpräsident) und Herrn Siegmar Gabriel (Bundesumweltminister), um eine persönliche Stellungnahme zu diesem Thema bitten.

Günter Barz, Eberswalde