Zum Artikel „Pure Angst vor einer Dreckschleuder“
Diskussion zur geplanten Müllverbrennungsanlage
in Eberswalde vom 04./05.11.06
Der Artikel vom
04.11.06 gibt sehr genau die Atmosphäre der Gemeindevertretersitzung vom
02.11.06 wider. Die Erwartungen an die Gemeindevertreter sind nach dieser
Versammlung entsprechend gestiegen. Leider fühlen sich viele Lichterfelder noch
immer nicht angesprochen, wenn zu diesem Thema in der MOZ Termine abgedruckt
werden, zu denen eingeladen wird. Warum kommen nicht mehr Bürger? Wo sind die
vielen Gewerbetreibenden und Mediziner, die in Lichterfelde beheimatet sind? Es
sollen sich bitte nicht jene angesprochen fühlen, die dort waren! Sind alle
Lichterfelder so engagiert für eine gesunde Umwelt einzutreten, wie es Herr
Laska eindrucksvoll vorgemacht hat? Vornehme Neutralität ist hier nicht
gefragt.
Sicher ist es für
den einen oder anderen nicht leicht, solche Termine wahrzunehmen. Dennoch
glaube ich, dass nun, wo die Gründung der Bürgerinitiative unmittelbar
bevorsteht, aus v i e l e n Familien
wenigstens eine Person sich finden sollte, die hilft, das Schlimmste zu
verhindern.
Es ist „schöne“
Tradition in unserem Ort geworden, sich privat demonstrativ „Luft zu machen“,
aber wem nützt das? Ich kann nur alle Lichterfelder aufrufen, öffentlich zu
zeigen, was wir n i c h t mehr bereit
sind hinzunehmen, nämlich ein unabschätzbar hohes G e s u n d h e i t s r i s i
k o.
Es gab auch im
Rahmen der Veranstaltung in Finowfurt eine Wortmeldung einer Bürgerin, ich
nehme an, sie ist Medizinerin oder Chemikerin, die mit allem drum und dran noch
einmal ausgeführt hat, was alles unter Feinstaub zu verstehen ist. Dies müsste
jeden wachgerüttelt haben. Wir sollten uns weniger Sorgen um die Vogelgrippe
und andere Seuchen machen als um die „permanente Seuche“, die uns die Firma
Steil „anbieten“ möchte. Auch Umweltschützer, sowie die Bürger aus Eberswalde, aus
Finow , der Clara-Zetkin-Siedlung und natürlich die Finowfurter sind dringend aufgerufen,
sich der Initiative anzuschließen. Unterstützen Sie das Vorhaben der Bürgerinitiative durch Teilnahme
an angekündigten Sitzungen, Meetings, Versammlungen und allem, was sich diesem
Thema konstruktiv widmet! Nur hier werden Sie wirklich informiert. Eine davon
findet am 15.11.06 um 18.00 Uhr im Gemeindezentrum im Brandenburgischen Viertel
statt, hier wird sich die Bürgerinitiative formieren.
Der Bericht von Frau
Dux auf der Finowfurter Versammlung über ein Zusammentreffen mit den
Verantwortlichen der Firma Steil, welches vor einigen Jahren stattfand, sollte
uns klarmachen, mit wem wir es hier zu tun haben. Jede Untätigkeit der Bürger
und der verantwortlichen Politiker wird von den Antragstellern der MVA genutzt
werden, jedes Zögern oder Abwarten bringt uns näher an eine Zukunft, die für
die Heranwachsenden keine mehr ist. Diese Region wird weiter ein
Abwanderungsgebiet bleiben und der Wald wird sterben, denn so viel sauren Regen
werden die Bäume auch nicht ewig verkraften, wenn das Schlimmste wahr wird.
Dies gab auch Herr
Koch, der Sachverständige vom Umweltnetzwerk, zu bedenken, der voraussagte,
dass in Gebieten solch hoher Schadstoffimmissionen wie sie die Firma Steil
beantragt hat, ein allmähliches aber anhaltendes Waldsterben einsetzt.
Wie war das schnell
noch – ist Eberswalde nicht eine Waldstadt?
Sike Grünberg /
Lichterfelde