Panikmache, auch bei Mitarbeitern

Zur Steil-Müllverbrennungsanlage

Firma hielt sich monatelang bedeckt und informierte wenig

 

Zu „Drohungen gegen die  Stadtverordneten“, Barnim-Echo vom 24. Januar

Glücklicherweise leben wir in einer Demokratie und nicht in einer Bananenrepublik. Und wenn es manchmal im politi­schen Gebälk knistert, sollten wir froh und dankbar sein, dass es ehrliche Journalisten und verantwortungsvolle, mutige Menschen gibt, die Licht in so manches Dunkel bringen.

Noch sind un­sere Politiker unabhängig und oft genug hoffen wir, dass sie noch unabhängiger sein mögen, wenn wir den Ver­dacht hegen, dass sie für Lob­byisten statt für die Bürger ent­scheiden.

Was Klaus Gondert den Stadtverordneten androht, ist kaum zu fassen: Monatelang hat sich die Firma bedeckt ge­halten. Sicher hoffte man, dass die Bürgerinitiative im Sande verlaufen würde. Aber da irrte man sich gewaltig. Aufgeklärt durch das Umweltnetzwerk, in Person von Herrn Koch, haben viele Bürger und Politiker er­kannt, was da auf uns zukommt.

Gekommen ist Herr Gondert zu vielen Veranstaltungen nicht, weil er den Ausführungen der Experten wenig entgegenzuset­zen hat. Die geplante Anla­ge ist eben „nur Standard und nicht die zurzeit beste verfüg­bare Technik, sondern das ge­rade noch vom Gesetzgeber zu­lässige Modell. Wer, wie Herr Gondert, öffentlich in der Zei­tung sagt, dass von dieser ge­planten Anlage keine Mehr­belastung oder Gefährdung   für die Bürger aus­geht, sagt   die Unwahrheit. Wir haben von unse­ren Brüdern und Schwestern im Westen gelernt, wie Demokra­tie funktioniert. Bei Gründung des Unternehmens Steil in Eberswalde konnten wir noch übertölpelt werden, heute nicht mehr. Wer ein Unternehmen mit 170 Mitarbeitern, das schwar­ze Zahlen schreibt, angeblich aufgeben will, weil er ein frag­würdiges Zusatzobjekt mög­licherweise nicht genehmigt bekommt, der betreibt Panik­mache, sowohl bei seinen eige­nen Mitarbeitern als auch unter der Bevölkerung.

 

Hannelore  Reckin,  Schorfheide/OT Lichterfelde