Leserbrief zu den MOZ-Artikeln über die Müllverbrennungsanlage(MVA) Theo Steil GmbH in Eberswalde vom 26.10.06 und 04.11.2006
Feinstaub rund um die Uhr
Als langjähriger MOZ-Leser muß ich der
Lokalredaktion ein Kompliment aussprechen.Ihre o.g. Veröffentlichungen
beschreiben aktuell und objektiv das Problem MVA. Ich freue mich, dass Sie als
unsere wichtigste Informationsquelle im Barnim, bürgernahe Belange sachbezogen
anpacken.
Seit über 10 Jahren und seit einem Jahr verstärkt ist die Firma Steil eine
unerträgliche Belastung für die Einwohner im Norden von Finow und im Süden
von Lichterfelde geworden. Die Luftverschmutzung und die Lärmbelästigung haben
extrem zugenommen.
Es wurden beim Landesumweltamt in Schwedt Beschwerden eingereicht, aber ohne großen
Erfolg.
Nun will die Firma Theo Steil eine MVA bauen, die alle bisherige Belastungen in
den Schatten stellt. Es würde in
Zukunft nicht mehr die umliegenden Anwohner betreffen, sondern einen großen
Teil des Barnims. Gerade der gefährliche Feinstaub <2,5µm, den nach
heutigem Stand der Technik die Filter nicht zurückhalten können, wird mit
seinen angelagerten toxischen Verbindungen je nach Windrichtung und Windstärke
24h am Tag jeden Bürger in Eberswalde, Finow, Schorfheide, ... erreichen und
tief und ungebremst in die Lunge gelangen.Durch die vorherrschende
Nordwest-Luftsrömung wird das Stadtgebiet Eberswalde besonders betroffen sein.
Ich stelle für besorgte Bürger die eMail-Adresse
muellverbrennungsanlage-eberswalde@telte.de
als Kontaktadresse zur Verfügung. Auf Wunsch übersende ich jedem
kostenlos näheres Informationsmaterial zur MVA Theo Steil, um der individuellen
Meinungsbildung Fakten an die Seite zu geben.In diesem Material ist auch die
Abbildung enthalten (s. Bild), die den 2,5km Umkreis der MVA zeigt, der zur Gefährdungsabschätzung
herangezogen wird.

Daraus ist zu entnehmen, dass das Brandenburger-Viertel,
Finow, Clara-Zetkin-Siedlung und ganz Lichterfelde besonders betroffen sind.
Enthalten sind Nahrungsmittelproduzierende Einrichtungen, wie z.B. das
Wasserwerk Finow einschließlich seiner Grundwasserfassung, Märkisch-Edel und Märka.
Dies allein wäre in den alten Bundesländern schon ausreichend für ein
Bauverbot einer MVA.
Es befinden sich in diesem Umkreis auch Einrichtung wie Schulen und Altenheime,
die Kinder und ältere Menschen mit geschwächter Immunabwehr beherbergen.
Unsere Lokalen Politiker setzen zu recht auf die Erschließung des Barnim als
touristisches Gebiet. Waldstadt Eberswalde und Arbeiten im Grünen sind bekannte
Schlagwörter.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Berliner Radtouren oder Wassersport
im Barnim planen wird, wenn er weiß, dass er die Abluft einer WVA
einatmen muß. Dazu gibt es zuviel andere Freizeitmöglichkeiten rund um
Berlin.
Bürgerinitiative
für gesunde Umwelt - Schorfheide
Dipl.Chem Ulrich Grätsch / Lichterfelde
Leiter der Trinkwasser- und Umwelthygiene
in der LWU-Hygiene Eberswalde (ehemals Hygiene-Institut)