Von Michael Dietrich
Schorfheide (MOZ) Die Gemeinde Schorfheide, zwei Ortsbürgermeister und das Bündnis Schorfheide haben Geld für einen Umwelt-Gutachter in Sachen Müllverbrennungsanlage bereitgestellt. Die Nachbargemeinde von Eberswalde hatte kurz nach Bekanntwerden der Pläne zur Errichtung einer Abfallverbrennungsanlage erklärt, die Bürger im Kampf gegen die Anlage zu unterstützen. Der Hauptausschuss bewilligte für dieses Jahr 10 000 Euro für die Beauftragung eines Gutachters. Zeitgleich spendeten die Ortsbürgermeister von Lichterfelde, Dietrich Bester, und Finowfurt, Wilhelm Westerkamp ihren jährlichen Verfügungsfonds. Zusammen mit einer Spende vom Bündnis Schorfheide wurden 1000 Euro zur Kofinanzierung der Gutachterkosten bereitgestellt. "Eine solche Anlage wäre kontraproduktiv für die ganze Region und würde ein Gesundheitszentrum Eberswalde ad absurdum führen", erklärt Wilhelm Westerkamp, Geschäftsführer in Eberswalde, seine Motivation. "Wir müssen auch untersuchen und festhalten, wie hoch die Luftverschmutzung und Lärmbelästigung jetzt schon sind. Unser klares Ziel ist es, diese Anlage zu verhindern", so Dietrich Bester.
Während er als Bürgermeister nur die Forderung aufstellte, statt eines Trabants den Mercedes der Schadstoffreinigung zu fordern, wird Uwe Schoknecht als Bündnis-Vorsitzender deutlicher: "Dass so ein umstrittenes Projekt ins Land geholt wird und auch noch gefördert werden soll, ist ein Unding. Gleichzeitig trocknen 1000 Hektar Schorfheide immer weiter aus. Für Maßnahmen dagegen gab es bisher keinen müden Euro."
Schoknechts Ziel als Vorsitzender der stärksten Fraktion im Gemeindeparlament ist klar: "Wir wollen keinen Mercedes, sondern gar keine Verbrennungsanlage. Wir werden alles dafür tun, diese Müllverbrennung vor unserer Haustür zu verhindern", so Schoknecht.
Schorfheide. Eine Bürgerversammlung zur geplanten Müllverbrennungsanlage der Firma Theo Steil veranstaltet die Gemeinde Schorfheide am Donnerstag, 7. Dezember, um 19 Uhr in der Gaststätte "Athen" in Lichterfelde. Eingeladen sind die Geschäftsführer der Firma und Vertreter des Landesumweltamtes.
Eberswalde. Die Stadtverwaltung erntete im Bau- sowie im Hauptausschuss
Kritik der Stadtverordneten hinsichtlich ihrer Informationspolitik in Sachen Müllverbrennung.
Einstimmig wurde beschlossen, dass die Verwaltung in den
Stadtverordneten-Sitzungen laufend über das Vorhaben berichten muss. Nächste
Sitzung ist am 30. November.
Montag, 20. November 2006