Die Schrott- u. Entsorgungsfirma Theo Steil will auf ihrem Gelände eine Müllverbrennungsanlage
bauen. Tausende Tonnen Sperrmüll, belastetes Altholz, Kunststoff- und
Gummireste sollen jährlich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Eberswalder Brot-
und Feinbackwaren GmbH verstromt werden. Niemand in der Region wusste bisher von
diesen Plänen.
Eine Bürgerinitiative regt sich nun. Sie beklagt neben der schlechten
Informationspolitik des Landkreises auch, dass die Müllanlage aus Kostengründen
nicht nach den neuesten Umweltstandards gebaut werden soll. Nun will sich der
Investor schriftlich erklären.
"Schmutz und Dreck könnte in Eberswalde immer an der Tagesordnung sein,
wenn die geplante Sondermüllverbrennungsanlage gebaut wird: Was zurzeit nur
tristes Herbstwetter ist, fürchten die Eberswalder als Dauerzustand. Erfahren
haben die Anwohner von der geplanten Anlage aus der Zeitung. Jetzt haben sie
Angst und engagieren sich in einer Bürgerinitiative. Ihr Vorwurf lautet: Die
Anlage entspräche aus Kostengründen nicht den neusten Umweltstandards.
Die bundesweite Schrott- und Entsorgungsfirma Theo Steil ist seit 1993 in
Eberswalde. Jetzt wird expandiert: 30 Millionen Euro soll die Sondermüllverbrennungsanlage
kosten, mit 15 Prozent staatlicher Förderung.
In direkter Nachbarschaft zum Standort der geplanten Anlage produziert die
Eberswalder Brot- und Feinbackwaren GmbH. Doch auch mit der Bäckerei hat bisher
niemand gesprochen. 170 Arbeitsplätze stehen für Geschäftsführer Christian
Kurth auf dem Spiel.
Auch Anwohner werden von der geplanten Anlage unmittelbar betroffen sein,
vermutlich darüber hinaus das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Bisher
stand die Stadt Eberswalde dem Vorhaben eher positiv gegenüber, in der Hoffnung
auf neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Mittlerweile sieht aber auch
Eberswaldes neuer Bürgermeister Friedhelm Boginski die Angelegenheit anders.
Eine Sondersitzung von Wirtschafts- und Umweltausschuss sollte Klarheit bringen.
Vertreter von Theo Steil waren eingeladen, hatten aber keine Zeit. Immerhin ist
Theo Steil bereit schriftlich auf Fragen zu antworten.
Gegen den täglichen Krach der Schrottfirma Theo Steil hat Anwohner Ulrich Grätsch
einfach seine Kopfhörer aufgesetzt. Doch gegen eventuell krebserregenden
Feinstaub aus der geplanten Sondermüllverbrennungsanlage helfen sie
nicht."